Detailaufnahme eines Arms, der an der Innenseite des Oberarms mit einer Hand gehalten wird, um Hautfalten zu zeigen, was häufig in Diskussionen über Körperfett und Fitness verwendet wird.

Lymphödem: wenn der Körper Wasser speichert

Viele Frauen erleben es plötzlich oder über Jahre schleichend: eine Schwellung, die nicht wieder abklingt. Die Beine fühlen sich schwer an, der Fußrücken ist gespannt, manchmal wird sogar das Anziehen zur Herausforderung. Vielleicht haben Sie bislang gedacht, es liegt an Übergewicht, zu wenig Bewegung oder einfach am Alter. Doch dahinter kann mehr stecken: ein Lymphödem.

In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, was ein Lymphödem ist, woran Sie es erkennen und warum die Abgrenzung zum Lipödem so wichtig ist.

Was ist ein Lymphödem?

Ein Lymphödem ist eine chronische Erkrankung des Lymphsystems. Die Lymphflüssigkeit, die normalerweise durch ein feines Netz von Lymphgefäßen im Körper transportiert wird, staut sich im Gewebe. Es kommt zu sichtbaren und tastbaren Schwellungen, meist an den Beinen oder Armen.

Es gibt zwei Formen:

  • Primäres Lymphödem: angeboren, oft durch Fehlbildungen der Lymphgefäße verursacht.​
  • Sekundäres Lymphödem: entwickelt sich nach Operationen, Bestrahlungen (z. B. bei Brustkrebs), Infektionen oder Verletzungen des Lymphsystem​

Am bekanntesten ist das Lymphödem der Beine: Waden, Knöchel und Füße schwellen an, Schuhe passen schlechter, Strümpfe schneiden ein, die Haut spannt. Aber auch andere Regionen wie Arme oder Bauch können vom Lymphödem betroffen sein.

Symptome und erste Anzeichen eines Lymphödems

Ein Lymphödem entwickelt sich meist langsam. Anfangs bemerken Betroffene nur ein „Schweregefühl“ in den Gliedmaßen. Erst später kommen sichtbare Schwellungen hinzu. Besonders typisch ist, dass die Schwellung asymmetrisch auftritt – also nur an einem Bein oder Arm.

Typische Symptome:

  • Schwellung an Fußrücken oder Handrücken
  • Fester Druck oder Spannungsgefühl
  • Verdickte, manchmal „kissenartige“ Haut
  • Positives Stemmer-Zeichen
  • Keine oder nur geringe Schmerzen
  • Zunehmende Bewegungseinschränkungen
 

Oft wird das Lymphödem in frühen Stadien übersehen; gerade, weil es anfangs keine Schmerzen verursacht und die Schwellung als vorübergehend eingeordnet wird.

Ursachen von einem Lymphödem – warum stauen sich die Lymphe?

Die Lymphgefäße arbeiten jeden Tag im Hintergrund und transportieren Flüssigkeit, Eiweiße, Abfallstoffe und Immunzellen zurück in den Blutkreislauf. Wird dieses System geschwächt oder teilweise zerstört, entsteht ein Ungleichgewicht: Mehr Flüssigkeit fällt an, als abtransportiert werden kann. Als Folge entwickelt sich ein Lymphödem.​

Häufige Ursachen und Risikofaktoren:

  • Operationen mit Lymphknotenentfernung (z. B. bei Brust- oder Unterleibskrebs).
  • Bestrahlung, die Lymphgefäße vernarben lässt.​
  • Verletzungen, Entzündungen oder Infektionen, die Lymphbahnen schädigen.​
  • Starkes Übergewicht, das mechanisch Druck auf das Lymphsystem ausübt und den Lymphfluss behindern kann.

Für Betroffene bedeutet das nicht nur körperliche Beschwerden, sondern auch eine erhebliche emotionale Belastung: der eigene Körper fühlt sich „fremd“, Kleidung passt nicht mehr wie früher, Alltag und Selbstbild geraten aus dem Gleichgewicht.

Lymphödem und Lipödem – wie hängt das zusammen?

Gerade Frauen mit Lipödem erleben, dass ihre ohnehin schweren, schmerzhaften Beine zusätzlich anschwellen. Denn Lipödem und Lymphödem können sich gegenseitig beeinflussen:​

  • Beim Lipödem ist das Fettgewebe krankhaft vermehrt und belastet das Lymphsystem zusätzlich; langfristig kann sich daraus ein sogenanntes Lipo-Lymphödem entwickeln.​
  • Umgekehrt kann ein bestehendes Lymphödem das Gewebe so verändern, dass sich Fett- und Bindegewebe umbauen und die Beine noch massiver wirken.​​

Viele Frauen denken zunächst an Wassereinlagerungen oder Cellulite, obwohl im Hintergrund ein Lipödem oder Lymphödem – oder beides – vorliegt.

Warum eine klare Diagnose so wichtig ist

Die Therapieansätze unterscheiden sich deutlich. Ein Lymphödem braucht vorrangig Entstauung und den Aufbau einer funktionierenden Lymphzirkulation. Bei der Lipödem-Behandlung hingegen geht es neben der Entstauung auch um Schmerzlinderung und häufig um die chirurgische Entfernung von krankhaftem Fettgewebe (Liposuktion). Die richtige Diagnose ist daher nicht nur ein Etikett.

In der LipoClinic Dr. Heck erleben wir oft, wie erleichtert Frauen sind, wenn sie endlich verstanden werden. Unsere erfahrenen Ärzte kennen die typischen Lipödem-Symptome und können Betroffene gezielt beraten und begleiten.

Lymphödem behandeln – was wirklich hilft

Ein Lymphödem ist behandelbar. Ziel ist es nicht, die Erkrankung „wegzuzaubern“, sondern Schwellungen zu reduzieren, Komplikationen zu verhindern und die Lebensqualität der Betroffenen deutlich zu verbessern.

Die Standardtherapie ist die komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE), meist aus zwei Phasen: Entstauung und Erhaltung.

Wichtige Bausteine der Therapie:

  • Kompressionstherapie (z. B. flachgestrickte Kompressionsstrümpfe)
  • Manuelle Lymphdrainage durch geschulte Therapeuten
  • Bewegung (insbesondere Aquagymnastik, Nordic Walking, Yoga)
  • Hautpflege zur Vermeidung von Ekzemen und Infektionen
  • Gesunde Ernährung zur Unterstützung des Immunsystems

Operative Verfahren spielen beim Lymphödem derzeit nur eine untergeordnete Rolle und kommen meist in spezialisierten Zentren und ausgewählten Fällen zum Einsatz.

Lymphödem erkennen – wann zum Arzt?

Sie sollten medizinischen Rat suchen, wenn Sie:

  • eine anhaltende Schwellung an Beinen, Armen, Füßen, Händen oder am Bauch bemerken,
  • das Gefühl haben, dass Kleidung oder Schuhe einseitig enger werden,
  • ein Spannungsgefühl oder schnelle Ermüdung in einem Körperteil wahrnehmen,
  • bereits eine Krebsbehandlung, Operation oder Bestrahlung hinter sich haben.​

Gerade wenn gleichzeitig Schmerzen, Druckempfindlichkeit und eine disproportionale Fettverteilung an Beinen oder Armen auftreten, kann zusätzlich ein Lipödem vorliegen. Das ist etwas, das in der allgemeinen Versorgung häufig übersehen wird.

Lymphödem ernst nehmen und frühzeitig handeln

Ein Lymphödem ist eine chronische Erkrankung, die Ihre Lebensqualität massiv beeinflussen kann – aber sie ist kein Urteil, sondern ein Anstoß zum Handeln. Je besser Sie informiert sind, desto klarer können Sie Ihren Weg gehen. Vertrauen Sie Ihrem Körpergefühl.

Wenn Sie vermuten, dass bei Ihnen ein Lipödem vorliegt oder sich nicht sicher sind, wo Ihre Beschwerden einzuordnen sind, ist das Team der LipoClinic Dr. Heck für Sie da. In einem Beratungsgespräch helfen wir Ihnen, Ihre Symptome besser zu verstehen und zeigen Ihnen die Unterschiede zwischen Lipödem und Lymphödem.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Lymphödem

Was ist ein Lymphödem?

Ein Lymphödem ist eine chronische Schwellung, bei der Lymphflüssigkeit im Gewebe „stehen bleibt“, weil das Lymphsystem überlastet oder geschädigt ist. Am häufigsten sind Beine und Arme betroffen, aber auch Hände, Füße oder der Bauch können anschwellen.​

Ein Lymphödem entsteht, wenn die Lymphgefäße oder Lymphknoten nicht mehr genügend Flüssigkeit abtransportieren können – etwa durch angeborene Fehlbildungen, Operationen, Lymphknotenentfernung, Bestrahlung oder Infektionen. Auch starkes Übergewicht und fehlende Bewegung können das Lymphsystem zusätzlich belasten.​

Vorübergehende Wassereinlagerungen (z. B. bei Hitze) verschwinden meist von allein und betreffen oft beide Beine gleichmäßig. Ein Lymphödem ist dagegen eine chronische Erkrankung, bei der die Schwellung bleibt oder im Verlauf zunimmt und unbehandelt zu Verhärtungen und Hautveränderungen führen kann.​

Ein bestehendes Lymphödem gilt als chronisch und bleibt in der Regel lebenslang bestehen. Mit konsequenter Behandlung lassen sich die Schwellungen jedoch deutlich verringern und stabilisieren, sodass der Alltag oft wieder wesentlich leichter zu bewältigen ist.​

Beim Lipödem ist das Fettgewebe krankhaft verändert und belastet das Lymphsystem zusätzlich, sodass sich im Verlauf ein sogenanntes Lipo‑Lymphödem entwickeln kann. Viele Frauen mit Lipödem bemerken dann zusätzliche, teils derbe Schwellungen, die auf ein begleitendes Lymphödem hinweisen können.​

Quellenverzeichnis

AWMF: Leitlinie Lipödem: S2k Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie e. V. (https://register.awmf.org/assets/guidelines/037-012l_S2k_Lipoedem_2024-01_01.pdf)

AWMF: S2k Leitlinie: Diagnostik und Therapie der Lymphödeme (https://register.awmf.org/assets/guidelines/058-001l_S2k_Diagnostik_und_Therapie_der_Lymphoedeme_2019-07-abgelaufen.pdf)

AOK: Was kann man gegen Lymphödeme tun? (https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/organe/lymphoedem-ursache-symptome-und-behandlung/)

Geprüft durch Dr. med. Thomas Witte

Dr. Thomas Witte ist Ärztlicher Direktor der LipoClinic Dr. Heck und Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie. Mit jahrzehntelanger operativer Erfahrung und tiefem Verständnis für die individuellen Bedürfnisse von Lipödem-Patientinnen gehört er zu den führenden Experten auf diesem Gebiet. Sein Fokus liegt auf einer ganzheitlichen, sicheren und empathischen Versorgung – stets mit dem Ziel, ein Stück Lebensqualität zurückzugeben.

Portrait eines lächelnden Mannes mit Brille in einem modernen Büro, der die Arme vor der Brust verschränkt hat. Er trägt ein graues Hemd und hat einen gepflegten, kurzen Bart. Der Hintergrund zeigt eine unscharfe Büroumgebung.

Dr. med. Thomas Witte

Ärztlicher Direktor
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Facharzt für Chirurgie und Handchirurg

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