Viele Frauen kennen das Gefühl: schwere Beine, schmerzhafte Schwellungen, und das Gefühl, dass sich der Körper gegen sie stellt. Doch was steckt wirklich dahinter? Lipödem oder Lymphödem? Oder beides?
Die Symptome beider Erkrankungen sind ähnlich und doch unterscheiden sie sich grundlegend in Ursache, Verlauf und Behandlung. Gerade in der Anfangsphase ist es für Betroffene oft schwer zu erkennen, was genau vorliegt. Und leider dauert es oft Jahre, bis eine richtige Diagnose gestellt wird.
In diesem Beitrag möchten wir Ihnen helfen, Klarheit zu gewinnen. Welche Unterschiede gibt es zwischen einem Lipödem und einem Lymphödem? Und was bedeutet das für Ihre Behandlung?
Viele Frauen erleben jahrelang geschwollene, schwere Beine und hören nur „Sie müssen abnehmen“ – ohne dass jemand genau hinschaut, ob es sich um ein Lipödem oder ein Lymphödem handelt. Die richtige Diagnose ist jedoch entscheidend dafür, ob Sie die passende Therapie, Hilfsmittel und gegebenenfalls auch eine Operation erhalten.
Beide Erkrankungen beeinträchtigen nicht nur den Körper, sondern auch das Selbstbild und den Alltag. Umso wichtiger ist es, dass Sie verstehen, was in Ihrem Körper passiert und welche Optionen Sie haben.
Das Lipödem ist eine chronische, meist hormonell bedingte Fettverteilungsstörung, die fast ausschließlich Frauen betrifft. Die Erkrankung führt zu einer symmetrischen Fettvermehrung an Beinen und/oder Armen. Häufig beginnt sie in der Pubertät, nach Schwangerschaften oder in den Wechseljahren.
Typische Symptome:
Wichtig: Füße und Hände sind beim Lipödem nicht betroffen, was es vom Lymphödem abgrenzt.
Ein Lymphödem entsteht durch eine Störung im Lymphabfluss. Die Lymphflüssigkeit staut sich im Gewebe und führt zu einer Schwellung. Es kann angeboren sein (primäres Lymphödem) oder als Folge einer Erkrankung, Operation oder Bestrahlung auftreten (sekundäres Lymphödem).
Typische Symptome:
Hinweis: Anders als beim Lipödem sind beim Lymphödem oft auch Füße oder Hände betroffen.
Die kurze Antwort: Nein, Lipödem und Lymphödem sind nicht das gleiche; sie können aber gleichzeitig auftreten, was die Diagnose erschwert. In späteren Stadien kann durch den Druck des vermehrten Fettgewebes beim Lipödem ein sogenanntes LipoLymphödem entstehen, bei dem zusätzlich Lymphflüssigkeit nicht mehr ausreichend abtransportiert wird.
Für Sie bedeutet das: Selbst wenn Sie bereits ein diagnostiziertes Lipödem haben, sollten neue, ungewohnte Schwellungen an Füßen oder Händen immer ärztlich abgeklärt werden. So lässt sich früh erkennen, ob neben dem Lipödem auch ein Lymphödem behandelt werden muss und welche Therapiebausteine dann sinnvoll sind.
| Lipödem | Lymphödem | |
| Ursache | Fettverteilungsstörung | Lymphabflussstörung |
| Symmetrie | Symmetrisch (beide Beine/Arme) | Oft einseitig |
| Schmerz | Häufig stark schmerzhaft | Eher drückend |
| Füße/Hände betroffen | Nein | Ja |
| Stemmer-Zeichen | Negativ | Positiv |
| Hämatome | Häufig | Selten |
Eine berechtigte Frage. Beide Erkrankungen sind ernstzunehmend und können die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Welche Belastung stärker empfunden wird, hängt immer von der individuellen Symptomatik und dem Krankheitsverlauf ab.
Keine der beiden Erkrankungen sollte unterschätzt oder verharmlost werden. Entscheidend ist nicht, welche Diagnose „schlimmer“ klingt, sondern dass Sie die passende Therapie erhalten.
Gerade im Frühstadium sind die Unterschiede zwischen Lipödem und Lymphödem schwierig zu erkennen – auch für medizinische Fachpersonen. Deshalb ist eine sorgfältige Diagnostik wichtig:
In der LipoClinic erleben wir oft, dass Patientinnen jahrelang mit einer Fehldiagnose leben – meist mit der Annahme, es handle sich um reines Übergewicht oder eben ein Lymphödem, obwohl es ein Lipödem ist.
In der LipoClinic Dr. Heck nehmen wir Ihre Beschwerden ernst. Bei einem kostenfreien Beratungsgespräch nehmen wir uns Zeit für Ihre Geschichte. Zwar dürfen wir keine kassenärztliche Lipödem-Diagnose stellen, aber wir können Ihre Lipödem-Symptome genau einschätzen und Ihnen helfen, den nächsten Schritt zu gehen.
Bei Verdacht auf ein Lipödem kann auch unser digitaler Lipödem-Test eine gute erste Orientierung geben.
Sowohl Lipödem als auch Lymphödem profitieren von gut angepasster Kompressionsversorgung, regelmäßiger Bewegung und manueller Lymphdrainage.
Unterschied in der Zielsetzung:
Eine ganzheitliche Behandlung, die sowohl körperliche Beschwerden als auch emotionale Belastungen berücksichtigt, ist in beiden Fällen essenziell.
Beide Erkrankungen haben tiefgreifende Auswirkungen auf den Körper, den Alltag und das seelische Befinden. Eine exakte Unterscheidung zwischen Lipödem und Lymphödem ist entscheidend, denn nur so kann eine zielgerichtete und wirksame Therapie erfolgen.
Scheuen Sie sich nicht, eine Zweitmeinung einzuholen oder sich weiter zu informieren. Je früher Sie Klarheit haben, desto besser können Sie Ihren eigenen Weg gehen.
Wenn Sie Unterstützung bei der Lipödem-Behandlung brauchen, sind wir in der LipoClinic Dr. Heck gerne für Sie da. Ob bei einem persönlichen Gespräch oder in einer Gruppenberatung – wir hören zu und erklären Ihnen die Unterschiede zwischen Lipödem und Lymphödem.
Nein. Beim Lipödem handelt es sich um eine Fettverteilungsstörung, beim Lymphödem hingegen um eine Abflussstörung der Lymphflüssigkeit. Beide Erkrankungen unterscheiden sich deutlich in Ursache, Verlauf und Behandlung.
Ein Lipödem beginnt meist symmetrisch an Beinen oder Armen und ist mit Schmerzen sowie blauen Flecken verbunden. Ein Lymphödem tritt oft einseitig auf, beginnt meist an Händen oder Füßen und verursacht eher Spannungsgefühle als Schmerzen.
Ja, das sogenannte Lipo-Lymphödem ist möglich. Es entsteht, wenn ein bestehendes Lipödem das Lymphsystem zusätzlich belastet. In diesem Fall ist eine besonders sorgfältige Diagnose und Therapie notwendig. Beide Krankheiten können aber auch unabhängig voneinander gleichzeitig vorhanden sein.
Ja, das ist möglich. Einige Patientinnen haben trotz Lipödem schlanke oder nur leicht veränderte Beine, was die Diagnose erschweren kann. Besonders im Anfangsstadium sind äußerliche Auffälligkeiten kaum sichtbar.
Fachärzte für Phlebologie, Gefäßmedizin oder Lymphologie sind geeignete Ansprechpartner. In der LipoClinic Dr. Heck erhalten Sie eine spezialisierte Beratung rund um die Diagnostik und Behandlung des Lipödems.
Nur wenn klar ist, ob es sich um ein Lipödem oder Lymphödem handelt, kann die passende Therapie gewählt werden. Eine Fehldiagnose verzögert die Behandlung und kann das Leiden der Betroffenen unnötig verlängern.
Ofa: Lip- oder Lymphödem? (https://www.ofa.de/de-de/lipoedem-oder-lymphoedem/)
Venaziel: Lymphödem und Lipödem: Unterschiede, Gemeinsamkeiten und die Verbindung zu Krampfadern. (https://venaziel.de/lymphodem-vs-lipodem/)
Dr. Thomas Witte ist Ärztlicher Direktor der LipoClinic Dr. Heck und Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie. Mit jahrzehntelanger operativer Erfahrung und tiefem Verständnis für die individuellen Bedürfnisse von Lipödem-Patientinnen gehört er zu den führenden Experten auf diesem Gebiet. Sein Fokus liegt auf einer ganzheitlichen, sicheren und empathischen Versorgung – stets mit dem Ziel, ein Stück Lebensqualität zurückzugeben.
Ärztlicher Direktor
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Facharzt für Chirurgie und Handchirurg