Gerade für schlanke Frauen ist die Diagnose Lipödem oft eine besonders belastende Reise – denn das Lipödem fällt hier häufig später als bei anderen Betroffenen auf. Die Symptome werden nicht erkannt, nicht ernst genommen oder schlichtweg nicht mit der Erkrankung in Verbindung gebracht. Dabei ist es längst wissenschaftlich belegt: Ein Lipödem kann unabhängig vom Körpergewicht oder BMI auftreten und macht auch vor schlanken Frauen nicht halt.
In diesem Beitrag klären wir auf, warum auch schlanke Frauen unter einem Lipödem leiden können, welche Symptome darauf hindeuten und wann es Zeit ist, aktiv zu werden.
Viele Patientinnen berichten: „Ich war immer sportlich und schlank, aber meine Beine passten nie zum Rest meines Körpers.“ Oder: „Ich esse gesund, bewege mich viel, aber ich bekomme die Reiterhosen nicht weg.“ Solche Aussagen sind typisch für Frauen, die an Lipödem erkrankt sind, aber von außen nicht als klassische Risikopatientinnen gelten.
Tatsächlich ist Lipödem eine chronische Fettverteilungsstörung, keine Folge ungesunder Ernährung oder Bewegungsmangel. Es kann auch bei einem normalen BMI auftreten und das macht die Diagnose so schwierig. Oft werden die Beschwerden jahrelang psychologisiert oder als ästhetisches Problem abgetan.
Gerade bei Frauen mit schmalem Oberkörper fällt das unproportionale Erscheinungsbild der Beine, Hüften oder Arme nicht sofort auf. Besonders nicht, wenn der Fokus bei ärztlichen Untersuchungen auf Gewicht oder Lebensstil liegt. Zudem sind die Lipödem-Symptome individuell sehr unterschiedlich. Während manche Betroffene nur ein Spannungsgefühl verspüren, leiden andere bereits an täglichen Schmerzen – ganz unabhängig vom Gewicht.
Auch der Mythos, dass Lipödem automatisch mit sichtbaren „dicken Beinen“ einhergehen muss, verhindert oft eine frühe und richtige Lipödem-Diagnose. Das führt dazu, dass schlanke Patientinnen oft länger auf der Suche nach einer Erklärung bleiben.
Je früher das Lipödem erkannt wird, desto besser können Beschwerden gelindert und Lipödem-Folgeerkrankungen verhindert werden. Auch wenn Sie äußerlich „nur“ kleinere Unproportionen bemerken: Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und psychischer Stress nehmen im Laufe der Zeit meist zu. Lipödem ist eine kann eine fortschreitende Erkrankung sein, die nicht von allein verschwindet.
Ein Lipödem entsteht unabhängig vom Lebensstil. Die Ursache liegt in hormonellen Veränderungen (z. B. in Pubertät, Schwangerschaft oder Menopause) sowie einer genetischen Veranlagung. Selbst sportliche Frauen, die regelmäßig laufen, Rad fahren oder ins Fitnessstudio gehen, können unter einem Lipödem leiden.
Besonders tückisch: Trotz gezieltem Training und ausgewogener Lipödem-Ernährung lässt sich das krankhafte Fettgewebe nicht abbauen. Die betroffenen Körperstellen – häufig Oberschenkel, Unterschenkel, Hüften oder Oberarme – bleiben unverändert oder werden sogar empfindlicher. Auch hier zeigt sich: Schlank trotz Lipödem ist möglich – aber nicht symptomfrei.
Die folgenden Symptome können auch bei schlanken Frauen auf ein Lipödem hindeuten:
Wenn Sie sich in diesen Punkten wiedererkennen, sollten Sie eine professionelle Untersuchung in Erwägung ziehen.
Oft konzentriert sich die öffentliche Wahrnehmung des Lipödems auf die Beine. Doch auch die Arme können betroffen sein, gerade bei schlanken Patientinnen. Eine „wulstige“ Oberarmform oder ein unangenehmes Spannungsgefühl, trotz normalem Körpergewicht, können Anzeichen für ein Lipödem am Arm sein.
Auch hier gilt: Die Symptome sind nicht immer sichtbar, aber spürbar – vor allem bei Berührung oder Belastung.
Auch schlanke Patientinnen stoßen an Grenzen: Diäten und Sport führen weder optisch noch beschwerdeseitig nicht zur gewünschten Veränderung. Stattdessen helfen:
Ganz besonders wichtig ist es, Geduld während der Lipödem-Behandlung zu haben. Echte Veränderungen zeigen sich meist nicht über Nacht. Viele Betroffene erleben Rückschläge oder Tage, an denen sich nichts besser anfühlt. Umso wichtiger ist es, auf den eigenen Körper zu hören und sich professionelle Unterstützung zu suchen.
Definitiv. Das Körpergewicht ist nicht entscheidend für die Notwendigkeit oder den Erfolg einer Lipödem-OP. Die Liposuktion ist auch bei schlanken Patientinnen sinnvoll – vor allem, wenn Beschwerden wie Schmerzen, Spannungsgefühle oder Einschränkungen im Alltag bestehen.
In der LipoClinic Dr. Heck begleiten wir viele Frauen, die äußerlich als „normalgewichtig“ oder sogar „schlank“ gelten, aber stark unter ihrem Lipödem leiden. Die Entscheidung für eine OP basiert nicht auf dem BMI, sondern auf der individuellen Leidensgeschichte und Symptomatik.
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Beschwerden tatsächlich auf ein Lipödem hinweisen, laden wir Sie herzlich zu einem kostenfreien Beratungsgespräch in der LipoClinic Dr. Heck ein. Unsere erfahrenen Fachärzte nehmen sich Zeit, hören zu und untersuchen Sie ausführlich. Wir wissen, wie frustrierend und verletzend die Suche nach einer Erklärung sein kann – besonders, wenn man äußerlich nicht dem typischen Bild einer Patientin entspricht.
Wichtig: Als Privatklinik stellen wir keine kassenärztliche Diagnose aus. Dennoch erhalten Sie bei uns eine fundierte Einschätzung und eine individuelle Beratung über mögliche Behandlungsoptionen.
Nur weil Sie schlank sind, bedeutet das nicht automatisch, dass alles in Ordnung ist. Wenn Sie unter Schmerzen, blauen Flecken oder einer unproportionalen Körperform leiden, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Das Lipödem ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die weder mit Disziplin noch mit Training „weggeht“. Doch es gibt Wege zur Linderung und Menschen, die zuhören.
Sie haben noch offene Fragen oder Sorgen? Dann lassen Sie sich von unserem Team zum Thema „Lipödem bei schlanken Frauen“ individuell beraten.
Ja. Auch schlanke oder normalgewichtige Frauen können ein Lipödem entwickeln. Das Erscheinungsbild ist dann besonders tückisch, weil die unproportionale Fettverteilung oft fälschlich als Cellulite oder genetisch bedingte Figurveränderung abgetan wird.
Typische Hinweise sind Druckschmerzen, Spannung in den Beinen, Neigung zu blauen Flecken und eine ungleichmäßige Silhouette, zum Beispiel sehr schlanker Oberkörper und betonte Oberschenkel. Auch schlanke Betroffene berichten häufig von schweren Beinen und Berührungsempfindlichkeit.
Ja, das ist möglich. Einige Patientinnen haben trotz Lipödem schlanke oder nur leicht veränderte Beine, was die Diagnose erschweren kann. Besonders im Anfangsstadium sind äußerliche Auffälligkeiten kaum sichtbar.
Eine ausgewogene Ernährung und Bewegung sind wichtig, können das krankhafte Fettgewebe aber nicht gezielt reduzieren. Nur eine Liposuktion kann das Lipödem-Fett dauerhaft entfernen – unabhängig vom Körpergewicht der Betroffenen.
Symptome wie Schmerzen oder Einschränkungen im Alltag können unabhängig vom Gewicht stark ausgeprägt sein. Das bedeutet: Auch in schlanker Erscheinung kann die Lebensqualität durch das Lipödem massiv eingeschränkt sein.
Dr. Thomas Witte ist Ärztlicher Direktor der LipoClinic Dr. Heck und Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie. Mit jahrzehntelanger operativer Erfahrung und tiefem Verständnis für die individuellen Bedürfnisse von Lipödem-Patientinnen gehört er zu den führenden Experten auf diesem Gebiet. Sein Fokus liegt auf einer ganzheitlichen, sicheren und empathischen Versorgung – stets mit dem Ziel, ein Stück Lebensqualität zurückzugeben.
Ärztlicher Direktor
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Facharzt für Chirurgie und Handchirurg